Integrationsvereinbarung

Nach Auffassung des Landesverbandes kommunaler Migrantenvertretungen in Baden-Württemberg – LAKA –
ist die geplante Integrationsvereinbarung die Suche nach Schuldigen, nicht die Suche nachLösungen!
 
Wieder mal soll eine „freiwillige“ schriftliche Vereinbarung helfen, bestehende Unzulänglichkeiten bei der Integration von Migranten und Migrantinnen zu lösen. So zumindest die Idee der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Maria Böhmer.

Dieser Vorstoß verwundert. Geht Frau Böhmer tatsächlich davon aus, dass eine Unterschrift unter ein Schriftstück die bestehenden Unzulänglichkeiten löst ?
 
Befürworter dieser Kampagne argumentieren, dass sich Zuwanderer dann nicht mehr auf Unwissenheit berufen können ! Diesen Befürwortern ist jedoch entgegenzuhalten, dass diese Vereinbarung mit Migranten/ Migrantinnen in den Migrantenberatungsstellen geschlossen werden soll. Also mit Zuwanderern, die schon in die Beratungsstellen gefunden und damit bereits selbst ihr Interesse und ihre Bereitschaft zur Integration gezeigt haben. Unserer Meinung nach, hätte an dieser Stelle die Migrationsberatungsstelle gegenüber diesen Migranten eine „Bringschuld“ !
 Die betroffenen Migranten sollten eigentlich an dieser Stelle eine einseitig verpflichtende Vereinbarung fordern. Die Migranten, die ihren Teil zur Integration beitragen, sollten mit der Integrationsberatungsstelle eine Vereinbarung abschließen können, in der sich die Behörde verpflichtet zugesagte Integrationsleistungen zu erbringen.
Warum der Bund dies scheut ist klar. Seit langem klagen die Migrationsberatungsstellen über eine nicht hinreichende Personalausstattung. Dies ist mit ein Grund, warum die kritischen Fälle nicht erreicht werden können.
 
Eine Lösung könnte ein Konzept sein, in dem diese kritischen Fälle von Beratern der Integrationsberatungsstelle aufgesucht und motiviert werden. So arbeitet beispielsweise die von der Bosch- und Breuningerstiftung initiierte „Bildungspartnerschaft mit Eltern mit Migrationshintergrund“.
In dieser Bildungspartnerschaft erbringen Migranten und Migrantinnen die bereits integriert sind die Arbeit, die eigentlich von einer Integrationsbehörde erwartet werden sollte !
 
Die Bundesregierung wäre gut beraten Steuergelder nicht für eine Initiative zu verschwenden, die eine Negativpolitik fortsetzt. Sie sollte sich vielmehr Gedanken darüber machen, wie man die wenigen integrationsunwilligen Zuwanderer erreichen und mit auf einen gemeinsamen Weg nehmen kann !
 
Für den LAKA-Vorstand
Giuseppe Olivo
Tel. 0711/ 460 58 732